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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Freitag 12. Juli 2013, 10:04 

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Beiträge: 249
Wohnort: Venlo
Geschlecht: männlich
Warum soll ein Pferd auf ein Spade bit gehen ?

Wenn ich diese Frage stelle, habe ich bis heute kein befriedigende Antwort bekommen.
Meist Antworten als :

- "...mein Pferd lauft damit besser..." - für der person vielleicht ein (gute) Grund aber für mich kein eindeutender Antwort, weil viele andere Pferde da vielleicht nicht besser mit laufen.
Vielleicht lauft das Pferd auf ein Corectional Bit noch besser, hat man es nur nicht versucht.

- "...ja, tradition. Bill macht es so darum auch ich...' - auch wieder persönlich, etwas das für mich vielleicht ein Anregung sein kann aber kein eindeutigen Grund.

Ich habe de letzte jahren schon viele Bücher gelesen, DVD's von Brannaman bis Galdwell angesehen, viel gelernt über "wie es gemacht" wird, aber bis heute kein angabe "warum es gemacht wird".

Und weil ich nie von einer Brücke springen weil 4 anderen vor mir es auch gemacht haben, bleibt der Frage in mein Raum stehen.

Mit andere Worten ;
Was erreich ich Grundsetzlicht - oder auf grund von Erfahrungen - mit ein Spade bit das ich nicht mit ein anderes Bit erreichen kann ?

Neugierig auf die Antworten.
Louis

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Louis van Kerkhoff
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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Freitag 12. Juli 2013, 12:01 
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Kann dir leider auch keine Antwort geben, mir fehlt sie auch.
Bisher habe ich immer nur die Antwort bekommen, das ist die Krönung der Reiterei.
Mag sein, aber ein versammeltes Pferd in der Hackemore scheint mir persönlich erstrebenswerter.

Aber vielleicht hat jemand die ultimative Antwort, würde mich auch sehr interessieren. :roping:

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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Freitag 12. Juli 2013, 14:41 
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Sein Pferd und sich selbst so weit auszubilden, damit es überhaupt möglich ist, korrekt mit einem Spade Bit zu reiten, sehe ich schon absolut als erstrebenswert an.

Wenn ich alles, was ich bisher über das Spade Bit erfahren und gesehen habe, richtig deute, gibt ein Spade Bit einzigartige Signale an das Pferdemaul weiter, wie es eben kein anderes (wenn auch evtl. gutes) Gebiss kann. Die Lage im Maul, also die Trageeigenschaften sozusagen, sind wohl auch mit keinem anderen Gebiss vergleichbar. Das wären für mich die Gründe, ein Spade Bit zu nutzen - vorausgesetzt wir sind reif dafür.

Aus der Praxis kann ich dazu nichts sagen, da ein Spad kein Gebiss ist, dass man einfach eben mal so ausprobiert. Falls ich so weit komme, mir eines anschaffen zu dürfen, werde ich sicher nicht begeistert über den Preis sein. Im Grunde sehe ich aber in dem sehr hohen Preis einen einen gewissen Nutzen - nämlich den, dass sich eben nicht jeder einfach mal so ein Spade kauft und seinem Pferd ins Maul stopft, ohne dass Pferd & Reiter wirklich darauf vorbereitet sind - wie es leider mit unzähligen anderen Gebissen, insbesondere Kandaren, geschieht!

Eine Frage, die mich beschäftigt ist die, ob man mit einem Spade Bit gut bedient ist, wenn das Pferd und man selbst zwar den Ausbildungsstand erreicht hat, das Pferd einen jedoch gelegentlich in die Situation bringt, dass man mal mehr hinfassen muss als es gut ist. Das kann doch immer mal passieren ... Sollte man mit so einem Pferd besser gar kein Spade nutzen oder auf ewig in der Two Rein Zäumung bleiben, damit man in kritischen Situationen nicht das Bit anfassen muss? Ich stelle mir grad vor, mein Pferd erschrickt sich heftig und setzt zur Flucht an oder muss mal kurz seinen Kasparkopf ausleben ...

Bin auch gespannt auf die weiteren Antworten

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Liebe Grüße
Sorrel & die Jungs

„Jedesmal, wenn du alle Antworten gelernt hast, wechseln die Fragen.“ Oliver Otis Howard (1830-1909)


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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Freitag 12. Juli 2013, 18:49 
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Ich schreib' einfach 'mal meine Gedanken.

Zu erst einmal, nicht jedes Pferd kann ein Bridle Horse (eines, welches "Straight-Up in the Bridle" geritten wird, also im Spade Bit oder allenfalls einer abgespeckten Version) werden. Sei es, weil das Pferd das Talent dazu nicht mitbringt, oder der Reiter bzw. Trainer nicht das Talent dazu hat es dahin auszubilden, oder beides. So wie auch nicht jeder Mensch das Talent zum Musiker, Maler, Dichter, etc. hat.

Und selbstverständlich kann ein Pferd auch mit einer anderen Art von Gebiss (sei es nun ein Grazer Bit, ein Korrektur Gebiss, oder sonst irgend ein Curb Bit) gut laufen, keine Frage.

Doch es gibt grundlegende Unterschiede zwischen Curb Bits (Gebisse mit Anzügen und Kinnketten, die für eine Hebelwirkung konzipiert wurden) und Signal Bits (Gebisse mit kompliziert aufgebauten Mundstücken, die NICHT für eine Hebelwirkung konzipiert wurden - wie z.B. Halfbreed, Salinas, San Joaquin, etc., und eben das Spade Bit).

Ein Signal Bit hat keine Zungenfreiheit, weswegen es auf der Zunge balanciert werden kann (was die Zungenfreiheit ja gerade verhindert). Das Spade Bit hat einen mehr oder weniger großen Löffel sowie Braces (Kupferspiralen, manchmal auch darauf aufgereihte Röllchen), die zusammen eine sehr viel größere Oberfläche haben als die Mundstücke von einfachen Stangenmundstücken (mit oder ohne Zungenfreiheit) oder Mundstücken mit verschiedenen Arten von Gelenken. Diese große Oberfläche erlaubt es dem Pferd, das Gebiss "hochzuziehen" und es auf der Zunge zu balancieren, wodurch es, im Gegensatz zu den Mundstücken von Curb Bits, nicht auf den Laden liegt.

Während der Löffel starr mit der Stange verbunden ist (zwischen Stange und Löffel sitzt noch der Port mit dem Cricket, der Rolle), sind die Braces leicht beweglich an den Cheeks (Seitenteilen) und am Löffel befestigt. Sie übertragen leichteste Zügelsignale ins Pferdemaul, was bei keiner anderen Bit-Konstruktion gegeben ist.

Port, Löffel und Braces können in unterschiedlichen Winkeln (in Relation zu den Cheeks) angebracht sein - von nahezu senkrecht bis deutlich nach hinten geneigt. Welcher Winkel gewählt wird, und welche Höhe des Aufbaus (Port und Löffel) hat mit der Anatomie des Pferdemauls zu tun, und gegebenenfalls auch mit dem Ausbildungsstand. Je besser das Mundstück auf das Pferd abgestimmt ist, desto leichter wird es dem Pferd fallen das Bit selbständig zu tragen und dabei die seiner Anatomie angemessene Haltung anzunehmen; in jedem Fall eine Haltung, bei der es im Genick mehr oder weniger abknickt, bei gleichzeitiger höherer Aufrichtung des Halses als bei einem Curb Bit (jeweils OHNE Zügeleinwirkung betrachtet).

Mit anderen Worten, die Bauweise des Spade Bits animiert das Pferd, das Bit selbständig auf der Zunge zu tragen ohne dass es auf den Laden aufliegt - und damit es das tun kann, muss es eine andere Haltung einnehmen als bei einem Curb Bit, welches dazu geschaffen wurde auf den Laden aufzuliegen und dort, auf's Genick (über das Kopfstück), sowie unter dem Kinn (über die Kinnkette) Druck auszuüben. Gleichzeitig übermittelt das Spade Bit weit feinere Signale als jedes Curb Bit, die es dem Pferd erlauben eher zu reagieren als bei einem Leverage (Hebel) Gebiss.

Die Gewichtsverteilung des Spade Bit Mundstückes im Pferdemaul ist weitaus besser als bei einem Curb Bit - im Idealfall so, dass nirgendwo überhaupt irgend ein Druck entsteht.

Ich bin sicher dass es zu diesem Thema noch mehr zu sagen gibt; vielleicht findet sich ja jemand der ergänzende oder/und korrigierende Ausführungen machen kann.

Liebe Grüße,
Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Samstag 13. Juli 2013, 10:14 
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Sorrel hat geschrieben:
Eine Frage, die mich beschäftigt ist die, ob man mit einem Spade Bit gut bedient ist, wenn das Pferd und man selbst zwar den Ausbildungsstand erreicht hat, das Pferd einen jedoch gelegentlich in die Situation bringt, dass man mal mehr hinfassen muss als es gut ist. Das kann doch immer mal passieren ... Sollte man mit so einem Pferd besser gar kein Spade nutzen oder auf ewig in der Two Rein Zäumung bleiben, damit man in kritischen Situationen nicht das Bit anfassen muss? Ich stelle mir grad vor, mein Pferd erschrickt sich heftig und setzt zur Flucht an oder muss mal kurz seinen Kasparkopf ausleben ...
Ich möchte dir wirklich nicht zu nahe treten, aber meiner Meinung nach ist ein Pferd eben nicht weit genug für 's "Straight Up in the Bridle" ausgebildet, wenn "man mal mehr hinfassen muss als es gut ist". Und natürlich darf ein Pferd sich auch einmal erschrecken (genau wie wir Menschen auch), sollte aber trotzdem nicht dazu neigen "zur Flucht anzusetzen", sondern seinem Reiter 100% vertrauen (können) – dann besteht auch keine Notwendigkeit "hinfassen" zu müssen.
Dasselbe gilt aus meiner Sicht übrigens genau so für das Reiten mit Curb Bits.

Liebe Grüße,
Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Montag 15. Juli 2013, 08:43 

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Weil ein Spade Bit aufgrund seiner Konstruktion (wie Thomas es sehr gut zusammengefasst hat) eine derart präzise und umfassende Kommunikation zwischen Pferd und Reiter ermöglicht wie keine anderen Zäumung.

Das Spade ermöglicht dem Reiter, bis in den letzten Winkel des Pferdes hineinzufühlen, die leiseste Muskelspannung zu erkennen und lokalisieren. Und es erlaubt dem Reiter präzise und fein genau da einzuwirken, wo es notwendig ist, weil wiederum das Pferd die Signale des Spades aufgrund seiner Konstruktion so gut verstehen kann. Allerdings muss das Pferd entsprechend vorbereitet sein, es muss die grundsätzlichen Ideen verstanden haben und die Geschmeidigkeit und Kraft erlangt haben, die es für Bewegungen auf hohem Niveau benötigt.

Ein Pferd, das nicht reif für das Spade ist, wird sich verspannen und möglicherweise sogar Panik bekommen.

Zwischen richtigen Spade bits und anderen kalif. Gebissen wie halfbreed, mona lisa, san joaquin usw. gibt es noch einmal einen deutlichen Unterschied. Jedes Pferd kann man so weit ausbilden, dass es in den nicht-Spades laufen kann. Für ein Spade Bit muss das Pferd das entsprechende Talent und eine sehr weit fortgeschrittene Ausbildung haben. Auch andere Bits erlauben sehr feines und gutes Reiten. Aber das Spade Bit bietet einfach noch etwas on top. Das ist etwas, was man gefühlt haben muss. Für mich liegen Welten zwischen einem Spade Bit und anderen Bits. Alle anderen Bits haben noch einen Anteil an leverage-Eigenschaften, die man nutzen kann, aber nicht muss. Bei diesen kann man notfalls auch mal mit pressure and release reiten, ohne dass das problematisch wäre. Aber selbstverständlich ist es möglich und das Ziel, auch mit diesen Bits nur mit Signalen zu reiten. Im Spade gibt es nur noch die Option mit Signalen zu reiten. Eine pressure and release-Einwirkung wäre verheerend.

Derzeit reite ich ein Pferd mit einem San Joaquin mouthpiece und zwar mittlerweile straigth. Das Pferd liebt dieses Bit regelrecht und läuft damit für seine Verhältnisse bestmöglich. Aufgrund seiner Vorgeschichte und seines Gebäudes bezweifle ich, dass er jemals im spade laufen können wird. Aber schauen wir mal.

Meine Nachwuchsstute habe ich 2x im two rein auch mit San Joaquin geritten. Das Ergebnis war nett und ich dachte schon, dass sie ganz schön weit sei und war so stolz darauf, was wir beide geschafft haben. Aus Neugier habe ich sie dann 1x im spade geritten. Das war äußerst aufschlussreich. Was schon in der Hackamore tadellos funktionierte, funktionierte im Spade auch einwandfrei. Was in der Hackamore oder im San Joaquin zwar funktionierte, aber noch nicht ganz so smooth war, funktionierte gar nicht mehr. Ein Spade ist unbestechlich und zeigt noch bestehende Mängel in der Ausbildung wie unter einem Vergrößerungsglas. Ganz bescheiden bin ich noch mal zurück erst in die 1/2 hackamore für zwei Ritte, dann in 3/8 und habe genau an diesen Punkten gearbeitet. Eigentlich waren das keine großen Probleme, und sie ließen sich leicht beheben, aber in der Hackamore hatte ich sie nicht so gespürt, dass ich Handlungsbedarf erkannt habe. Im Spade kann man nicht darüber wegreiten. Im Spade kann man nur ganz richtig reiten oder gar nicht. Schummeln oder sich selbst in die Tasche lügen, geht nicht. Das heisst, in Hackamore oder nicht-Spades kann man eine Bewegung relativ entspannt und harmonisch reiten, auch wenn sie noch nicht perfekt ist. Es funktioniert, Reiter und Pferd sind zufrieden und entspannt. Vielleicht nur 75% des Optimums, aber wunderbar, schon sehr gut. Im Spade muss man schon ziemlich nah an die optimale Ausführung einer Bewegung (Balance, Haltung) herankommen, damit es entspannt bleibt. Es ist wie das Herauskitzeln der letzten paar Prozent des Machbaren, um das Ideal zu erreichen. Es ist die allerletzte Politur, um Hochglanz zu erzeugen. Das ist nicht notwendig -- macht aber Spaß.

Vielleicht könnte man sagen, es geht um Perfektionierung. Oder Perfektionismus? Oder einfach Leidenschaft?

Peachy


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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Dienstag 16. Juli 2013, 08:01 
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Toller Beitrag :zumwohl_2: Und sehr aufschlussreich. Passt in etwa zu meinen, zugegebenermassen, wenigen Erfahrung mit dem Spade Bit. Nämlich, das das Bit eher eine Leidenschaft oder Passion des Menschen ist. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das ein Pferd ein solch schweres Teil als angenehm empfindet. Zumindest nicht angenehmer als nichts im Maul :smile_wink_grin:
Trotzdem gefällt mir die Aussage das das Pferd bereit sein muss für ein Spade, das heisst letztendlich das es wirklich fein ausgebildet ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Dienstag 16. Juli 2013, 12:07 

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Ich möchte erst mal alle danken für ihre reaktionen.
Einiges ist mir klarer geworden - dank auch der gute erklärungen von Thomas.

ABER noch immer habe ich kein 'o la la ; das ist es...' signal / gefühl bekommen.

Warum nicht ?
Ich reite mein pferd schon viele viele jahren auf hackamore. Obwohl er auch auf andere gebissen (w.u. Spade's, Myler MB05, etc.) geht, lauft er 98% der zeit im hackamore.
Und bei den gebissen kan ich mit der beste willen der welt KEIN unterschiet feststellen zwischen ein spade oder (zB) zungenfreiheit Myler. 0,0 zwischen ein Salinas oder Santa Barbara Spade. 0,0 zwischen hackamore oder bit XYZ.

Auch kommen bei mir (dan wieder) viele fragen bei das betragten einige video's.
So sehe einerzeits bekannte 'Vaqueros' (zB bei der Californios) die an ein Spade bit 'hängen' auf eine art und weisse die ich mein pferd nicht antun werde (und kann, weil er sofort beleidigt wäre und das recht).
Anderen erzählen mir von mäneharen zwischen bit und romal, als ob der Spade ein art zauberei ist, nur für der absolute 'horseman'.

Und dan noch der sache wobei ich gelernt habe das mein pferd auf mein 'sitz' gelengt werden soll und nicht aufs gebiss (welche auch immer).

Ich kan micht selbst natürlich viele fragen stellen. So wie zB : bin ich als reiter überhaupt in der lage um mein pferd mit ein Spade reiten zu können ? Oder mein Pferd ?
--- Beim letzte glaube ich sagen zu dürfen das mein pferd ein sehr gut ausgebildetes pferd ist. Wir ware bei viele verschieden trainer, und die leuten die im geritten haben waren alle total begeistert und das waren nicht nur anfänger.

Ich habe mit viele verschieden Spades geritten, aber das 'oh effect' blieb immer aus. Kann sein das dies alle falsche spades waren (obwohl ? 8 verschiedene alle falsch ?) Bosalito hier, lead rope da, romal reins, dazu, ohne hackamore, 2-reins, alles gemacht aber kein 'Ooooh wie geil'.

Es kann auch sein das ich nicht lange genug auf ein spade geritten bin. Leider hat mein pferd bei jeder von dieser spade's nach dem reiten angegeben dieser dingen nicht zu mögen. Beim ausnehmen beisst er fest auf dieser dingen und beim nächste herein tun macht er einfach das maul nicht mehr auf. Komme ich aber 2 minutene später mit zB sein myler bit, öffnet er von selbst sein mail und frest das gebiss buchtsäblich auf.

Ich werde im kurzen ein spade von Thomas leihen in der hoffnung das dieses der Offenbahrung bringt.
Wenn aber nicht, werde ich mein pferd 'leider' vor immer auf hackamore reiten müssen. Dan werde ich Jerry (mein pferd) wohl bei jede 'Cattle cut' erzählen müssen das er die Rote Kuh mit der nummer 4 auf dem rücken aussortieren soll - was er dan auch immer prompt macht ! Dan muss ich leider beim 'sprechende communication' bleiben, statt der 'finger tip signalierung über dieses schöne Sante Barbare cheek spade.

Ich bin einfach eiferzüchtig und gefühlos (die ist ein schertz).
Louis

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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Dienstag 16. Juli 2013, 14:47 

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Su hat geschrieben:
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das ein Pferd ein solch schweres Teil als angenehm empfindet. Zumindest nicht angenehmer als nichts im Maul :smile_wink_grin:
Trotzdem gefällt mir die Aussage das das Pferd bereit sein muss für ein Spade, das heisst letztendlich das es wirklich fein ausgebildet ist.


Nicht nur weit und fein ausgebildet, es muss auch die passenden Exterieur- und Interieur-Eigenschaften besitzen. Ebenso, wie nicht jeder Mensch ein guter Pianist werden kann, egal wieviel er übt und lernt, ist nicht jedes Pferd zum Bridle Horse geboren.

Ich glaube gar nicht, dass den Pferden die schweren Bits so unangenehm sind, sofern sie dafür richtig vorbereitet wurden. Das Spade ist dann angenehm zu tragen für das Pferd, wenn es in der Lage ist, sich selbst zu tragen, d.h., wenn es die nötige Geschmeidigkeit sowie die Kraft für die Versammlung erlangt hat. Und wenn es die nötige Zeit bekommen hat, zu lernen, wie es das Bit mit der Zunge packen muss.

Das Pferd, das bei mir mit dem San Joachin mouthpiece geht, lutscht so zufrieden an dem Bit herum, dass es sogar Außenstehenden auffällt, dass er das Ding liebt. Wie ein Kind an einem Lolly. Wenn er ab und an mit dem Cricket spielt, wirkt es, wie ein Mensch, der, wenn er sich konzentriert, an einem Bleistift herumkaut.

Mein Nachwuchspferd hatte ich zunächst in der Box das Spade zum Gewöhnen eingelegt. Sie war erst höchst irritiert, weil sie mittlerweile 6 Jahre alt ist und außer 4x vorher San Joaquin noch nie ein Gebiss im Maul hatte. Beim zweiten Mal war sie schon ganz entspannt. Und, seitdem ich sie damit 1x geritten hatte, saugt sie das Spade förmlich ein, wenn ich die Spitze des Spades an ihre Schneidezähne halte. Das ist eine Bewegung wie bei einem Menschen, der eine Spaghetti in den Mund einsaugt. Ich kann nicht feststellen, dass sie das irgendwie doof findet.

Mein Eindruck ist, dass bei manchen Pferden das Bit etwas ist, an dem sie sich mental festhalten können, so wie Kaugummikauen manche Menschen beruhigt.

Heute hatte ich noch eine interessante Erfahrung wie es mit Bit in brenzligen Situationen gehen kann. Beim Ausritt habe ich einen falschen Weg genommen und bin im Wald auf einen Rückeweg gelandet. Auf einmal ging es sehr! steil bergab mit kreuz und quer liegenden Ästen, Baumstümpfen, Steinen und Bäumen, aber unten sah ich einen Hauptweg. Da habe ich einen Moment überlegt, ob ich das mit dem straight gezäumten Pferd machen will. Wenn er Balanceprobleme bekäme und zu eilen oder stolpern begänne, könnte ich nicht "helfen", wie man das z.B. mit Trense machen kann. Also helfen im Sinne von Tempo regulieren und Balance verbessern. Außerdem erzählt mir das Schlitzohr in der Bahn immer, dass er doch ein Araber ist und sich daher schon mal überhaupt ganz und gar nicht richtig versammeln kann. Wie soll man einen steilen, unwegsamen Abhang hinunterkommen, wenn man die Balance nicht halten kann? Ich dachte, ich probier's mal. Ich kann ja umdrehen und wieder hochklettern.

ich war total verblüfft. Auf einmal konnte der Kerl sich rund machen, hat sich auf seinen Popo gesetzt und hat jeden Fuß einzeln exakt plaziert. Und er hat mir so gut zugehört, wie noch nie. Er hat so leicht und willig auf das Bit reagiert, wie ich es ihm nie zugetraut hätte! Wäre er auf die Vorhand gefallen oder gestolpert, wäre es brenzlig geworden. Es war aber ein Traum von Teamarbeit, ich habe ihm gesagt, wo wir langgehen und er ist Schritt für Schritt hinuntergeklettert. Am Fuß des Hanges mussten wir noch durch einen Graben, der mit Schlamm gefüllt war. Es gab nicht einen Moment, in dem er sich auf das Bit gestützt hätte. Er hat sich perfekt ausbalanciert, und ich braucht so das Bit nur, um ihm Signale zu geben, wo es langgeht, aber nicht, um ihn in Haltung zu bringen, Tempo zu regulieren oder die Balance zu korrigieren. He did my thing his way. Soviel zum Thema "Jobs im Gelände".

Ganz nebenbei habe ich so festgestellt, dass das Schlitzohr mich in der Bahn an der Nase herumführt. Wer sich so setzen kann, wenn es darauf ankommt, kann sich auch in der Bahn versammeln. Der wird sich wundern :biggrin: Die Arabernummer zieht bei mir ab sofort nicht mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mir fehlt ein klares Antwort ....
BeitragVerfasst: Dienstag 16. Juli 2013, 16:26 
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Ich finde das echt klasse wie du erklärst und beschreibst und denke sicher, das du mit einem Spade Bit umzugehen weisst. Super finde ich auch die Aussage, das sich nicht jedes Pferd dazu eignet. Es eignet sich ja auch nicht jedes Warmblut für eine S Dressur auf Kandarre.
Für mich stellt sich eben nur nach wie vor die Frage, muss viel Eisen im Maul sein oder ist die hohe Kunst der feinen Reiterei gebisslos?
Das wovon du sprichst, nämlich die ganz feine Kommuikation und das setzen auf die Hinterhand habe ich bei einem meiner Pferde mit dem einfachen Snaffle, nicht mit dem Bosal und auch nicht mit Snaffle with Shanks. Bei einem anderen habe ich das Gefühl das Pferd zu lesen mit der Hackemore. Bei wieder einem anderem geht nix wirklich gut, lach. Witzigerweise ist mein am feinsten gerittenes Pferd ein Welsh Cob Mix, und nicht die Qaurter. Wobei sich die Quarter einfach viel besser sitzen lassen.

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