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 Betreff des Beitrags: Strahlpilz (keine Strahlfäule!)
BeitragVerfasst: Samstag 28. Dezember 2013, 11:14 
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Registriert: 12.2012
Beiträge: 155
Wohnort: Bayern
Geschlecht: weiblich
Hallo zusammen,

ich möchte hier über eine Erkrankung schreiben, die scheinbar wenig bekannt ist: den Strahlpilz und mit der ich seit einiger Zeit zu tun habe. Ich wusste bis vor einigen Monaten davon auch nichts und bin bei meinen Recherchen auch sehr darüber erschrocken, wie wenig bekannt sie auch unter Fachleuten ist.

Strahlfäule kennt wohl jeder, zumindest theoretisch und daher werden Pferde mit Strahlpilzbefall meist (erfolglos) mit Anwendungen gegen Fäule behandelt - die Symptome ähneln sich auf den ersten Blick - unterscheiden sich bei genauerer Betrachtung jedoch deutlich - so auch die Behandlung, da es eben ein Mittel sein muss, das den Pilz bekämpft.

Hier ein Link, in dem der Unterschied sehr gut gezeigt wird: http://www.naturhufe.de/Strahlf.ae.ule- ... hlpilz.htm

... und hier mein persönlicher Bericht von der Erkrankung an meinem Pferd Goliath:

Es sieht nicht nach Fäule aus und stinkt auch nicht sondern richt eher käsig. Der Strahl ist nicht zersetzt, sondern hat mittig einen sehr tiefen Spalt der sich bis zu den Ballen fortsetzt und wenn ich nur minimal mit den Hufkratzer rein gehe tut es ihm offensichtlich sehr weh, denn er zieht sofort weg. Mittlerweile zuckt er schon, wenn ich mit dem Hufkratzer nur einen Hauch an den Strahl oder zwischen die Ballen komme, weil er wohl den Schmerz erwartet. Die Ballen sind zur Mitte hin weicher und heller geworden. Die Haut ist dort nicht mehr so fest und derb wie normal.

In den letzten Monaten habe ich mich zur Thematik Strahlpilz kreuz und quer durchs Netz gelesen und immer wieder festgestellt, dass es wohl für viele ein großes Problem ist, diesen wirklich dauerhaft erfolgreich zu heilen. Oft waren Behandlungen mit ganz unterschiedlichen, äußerlich angewandten, Mitteln erst erfolgreich, der Pilz trat jedoch häufig wieder auf oder ging nie vollständig weg. Das gab mir sehr zu denken und ich stelle mir schon lange die Frage, woher er überhaupt kommt. Es ist nicht so, dass mangelhafte Haltung (wie bei Strahlfäule) daran schuld wäre.

Ich kämpfe nun schon seit Monaten gegen den Strahlpilz. Zuerst mit effektiven Mikroorganismen, später mit 3 %igem Wasserstoffperoxid, was keinen bis mäßigen Erfolg brachte oder es kam wieder zu Rückschlägen. Von Juni bis Oktober war Golitah mit Duplos beschlagen und dadurch kam ich auch nicht wirklich so zum Reinigen und Behandeln in die Strahlfurche, wie es nötig gewesen wären. Nachdem ich den Beschlag abgenommen hatte, kam erst das ganze Ausmaß der Erkrankung zum Vorschein. Die mittleren Strahlfurchen an drei Hufen (ein Hinterhuf ist komischerweise gesund) waren beängstigend tief und äußerst schmerzempfindlich.

Ich habe die Behandlung mit THM Strahlbalsam und THM Strahlpads weitergeführt, dann aber zu "Absorbine hooflex frog & sole care" (hieß früher Thrush Remedy) gewechselt. Damit stellten sich endlich Erfolge ein und der Strahl wird zusehends besser. Ich spritze es in die tiefen mittleren Strahlfurchen und tamponiere diese mit Verbandsmull aus. Goliath hasst diese Prozedur mittlerweile - was verständlich, da schmerzhaft, ist - doch da muss er leider durch. Mittlerweile stelle ich fest, dass immer weniger Mull in die Strahlfurche passt - im Vergleich zum Beginn, noch etwa ein Drittel. Auf den gesamten Strahl, in etwaige vorhandene Taschen und in die seitlichen Strahlfurchen trage ich auch dünn etwas von dem Mittel auf.

Nun kam mir der Gedanke, dass eine Impfung gegen (Haut)Pilz eine gute Therapie sein könnte. Mein TA erklärte mir, dass Pilzerkrankungen durch ein geschwächtes Immunsystem sehr begünstigt würden und dort setzt unter Anderem auch die Pilzimpfung an. Anstatt mit ausschließlicher Behandlung der Symptome von außen, versuche ich es nun zusätzlich mit Heilung von innen - eben durch die Impfung.

Bei meiner Recherche bin ich auch immer wieder auf die gute Wirksamkeit von Hufbädern, mit in Wasser aufgelöstem Borax, gestoßen - gleichzeitig aber auch darauf, dass man als Privatperson Borax nirgends bekommt. Nach schier endloser Sucherei habe ich erfahren, dass es im Töpferbedarf erhältlich ist und ich habe es hier bestellt: http://www.toepferspass.de/?SearchText= ... odo=search Ob es nun noch zum Einsatz kommt, weiß ich noch nicht ... man wird sehen.

Ich werde über den weiteren Verlauf gerne berichten. Bin selbst schon sehr gespannt und in hoffnungsvoller Erwartung, insbesondere wie sich die Impfung auf die Heilung auswirkt und vor allem ob sie eine Neuentstehung verhindern kann. Ich würde Goliath über die Sommermonate (Jun - Sept) gerne wieder mit den Duplos beschlagen lassen - jedoch nur, wenn der Pilz besiegt ist. Die Duplos an sich, sehe ich nicht als Ursache für den Pilz - sie erschwerten nur die Behandlung erheblich.

Vielleicht kann ich mit dem Bericht den ein oder anderen auf die richtige Spur bringen, dessen Pferd vom Strahlpilz betroffen ist - eben weil die Erkrankung nicht sehr bekannt zu sein scheint. Ebenso bin ich natürlich auch interessiert an Erfahrungen von anderen.

_________________
Liebe Grüße
Sorrel & die Jungs

„Jedesmal, wenn du alle Antworten gelernt hast, wechseln die Fragen.“ Oliver Otis Howard (1830-1909)


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 Betreff des Beitrags: Re: Strahlpilz (keine Strahlfäule!)
BeitragVerfasst: Sonntag 29. Dezember 2013, 22:20 
Administrator
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Beiträge: 430
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Geschlecht: männlich
Teebaumöl ist fungizid.

Liebe Grüße,
Thomas

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Feine handgearbeitete Reitausrüstung - www.vaquero-tack.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Strahlpilz (keine Strahlfäule!)
BeitragVerfasst: Montag 30. Dezember 2013, 10:23 

Registriert: 09.2008
Beiträge: 564
Wohnort: Padborg
Geschlecht: männlich
Hab nicht alles gelesen, aber gegen Pilz hilft immer Moos, z. B. isländisches. Auf Moos wachsen keine Pilze :), vielleicht in Verbindung mit Teebaumöl und Honig. Honig wirkt auch antiseptisch und gibt der Pampe eine zähe Konsistenz, hält dann besser...


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